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Orte und Gegend in und um Hamruden

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Viele Orte in und um Hamruden mit den unsere Vorfahren sich identifizierten sind heute noch vorhanden mache im einem guten Zustand manche nicht oder gar nicht mehr. Aber im Geiste haben wir sie vor Augen und möchte hiermit einige beschreiben damit sie nicht total in Vergessenheit geraten.

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 Hamrudner Hattertnamen/Namensbezeichnung

Im PDF „Hattertnamen, Namensbezeichnung und-deutung von Ella Seiler und Katharina Zerbes (geb. Weiß) “ wird ein sehr detailliertes Verzeichnis überliefert vom Hamrudner Hatert.

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Ergänzung Hattertnamen

In Ergänzung zu den oben angeführten Hattertnamen liegt uns noch eine Handschrift aus dem Budapester Landesarchiv vor (Verfasser unbekannt), in der die Flurbezeichnungen nicht ihrer Lage, sondern ihrer Nutzung nach aufgezählt werden.

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Die Hamrudner Mühle

von Binder Anneliese

Eingebettet in die sanften Hügel von Siebenbürgen, im malerischen Dorf Hamruden, liegt ein verborgenes Juwel traditioneller Technik und sächsischer Geschichte: die

historische Mühle von Hamruden. Sie wurde 1905 als Wasser- und Kunstmühle errichtet und im Auftrag der Gemeinde von privaten Mühlenpächtern betrieben. Sie

diente auch als örtliches Elektrizitätswerk, da Hamruden noch an kein Überlandstromnetz angeschlossen war. Die Wasserkraft wurde durch einen künstlich angelegten Graben aus dem Kleinen Homorod, dem „Mühlengraben“

(„Milengrowen“) gesichert. Die Mühle, ein beeindruckendes Beispiel für die

Wasserkrafttechnik vergangener Zeiten, wurde restauriert und ist heute nicht nur ein technisches Denkmal sondern auch ein Ort lebendiger Erinnerung.

Sie wird heute zwar nicht mehr genutzt, jedoch als Kulturerbe wertgeschätzt und instand gehalten.

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Die Kaserne

Das Hengstdepot- Husaren-Kaserne

Heute befindet sich dieser Gebäudekomplex leider in einem erbärmlichen zustand er wurde zu Zeiten Maria Theresias  1776 entgegen dem Willen der Gemeinde am westlichen Rande Hamrudens als Militärhospital errichtet. Gräber von Verstorbenen aus dieser Zeit sind auf dem Friedhof noch zu finden. Nach 80 Jahren seines Bestehens wurde dieses aufgelöst und an seiner Stelle, im Jahre 1856 Husaren-Kaserne eingerichtet. Nach 1919, unter rumänischen Verwaltung, wurde das Hengstedepot in eine zivile Einrichtung umgewandelt. Nach der Agrarreform von 1945 wurde aus dem von den Sachsen enteigneten Boden, der nicht gänzlich den Neubauern zugeeignet worden war, die „Staatsreserve" der Landwirt-Schaftlichen Nutzfläche eingerichtet, aus dieser Staatsreserve wurden auch dem Hengstedepot größere Flächen zugeteilt.

Pferderassen wie Araber, Lipizzaner, Trakehner, Englisches Vollblut und vor allem auch die zur landwirtschaftlicher Nutzung hervorragende Nonius-Rasse wurden auch

gezüchtet. Durch eine dritte Agrarreform erfolgte 1993 eine Neuaufteilung des Bodens aber brachte auch keine Wende zum Guten. In dieser Zeit lebten etwa 2% Sachsen im Ort, die nach dem Massenexodus im Jahre 1990 ihren Wohnsitz noch in Hamruden behalten hatten.

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Das Hamrudner Bad

von Binder Anneliese

Johann Weiß, Nr. 312, genannt „Förster“ Weiß oder „Bad“ Weiß, geboren 1863 war Betreiber des von seinem Vater gegründeten Rheuma-Heilbades „Honterurs“ am

Seifengraben - von 1906 bis 1940. Die Benennung des Heilbades erfolgte zu Ehren des

Siebenbürgischen Reformators Johannes Honterus. Den Schlussstrich unter die Geschichte des Bades als Privatbetrieb der Großfamilie Weiß setzte der Zusammenbruch der deutschen Front in Rumänien am 23.08.1944. Förster Weiß musste auf seine alten Tage noch erleben, dass sein einstiges Vermögen enteignet wurde. In seiner Blütezeit war das Honterus-Bad ein beliebter Kurort für Einheimische und Gäste aus dem ganzen Land. Die schwefelhaltige Quelle, deren heilende Wirkung seit dem 19. Jahrhundert bekannt war, wurde zur Linderung von Haut- und Gelenkerkrankungen (Rheuma) und Frauenleiden genutzt und galt als belebend für Körper und Geist. Es war ein Ort der stillen Erholung, eingebettet in die natürliche Landschaft Siebenbürgens. Heute erinnert nur noch die Quelle, die unentwegt sprudelt, an die goldenen Zeiten dieses - unseres - Bades, als wir an den Händen unserer Eltern und später als Jugendliche hier wunderschöne, unvergessliche Stunden verbracht haben.

Heute steht kein Stein mehr auf dem anderen, im Birkenhof keine einzige Birke und auf der Promenade keine Tanne und der graue Heilschlamm (Prótzelmór).............siehe PDF.

Der Eisenbahnbau

Als einschneidendes wirtschaftliches Ereignis, das die Gemeinde Hamruden miteinbezog, erwies sich ab 1870 der Eisenbahnbau auf der Strecke Kronstadt-Schäßburg. Schon die Planungs- und Vermessungsarbeiten an sich brachten Unruhe in die Gemüter der Dorfbewohner, denn ursprünglich sollte die Trasse mitten durch den Ort gehen. Mit roten Fahnen auf den „Kukurutzkörben” in den Höfen von Georg Weiß und Andreas Benning Nr. 52 war die Markierung schon ausgesteckt. Nur dem massiven Widerstand der Gemeinde mag es zuzuschreiben sein, daß die Bahnlinie so umgeleitet wurde, wie sie auch heute verläuft. Doch auch dort, als die Markierungsfahnen in der Aue ausgesteckt wurden, gab’s bei den Frauen, die gerade mit dem Heumachen beschäftigt waren, Tränen der Trauer um die schönen Wiesen, die mit dem

Schienenstrang durchschnitten werden mußten. Daß für dieses Unternehmen größere Mengen von Baumaterial, Schotter, Bruchsteine und Pflastersteine benötigt wurden entstanden Steinbrüche und Schottergruben, von denen aus die ganze Strecke zwischen Hamrudem und dem Tunnel bei Meeburg beliefert werden konnte. Zwei

Steinbrüche waren in Katzendorf, einer in Vàrosfalva gelegen; die Schottergrube in Hamruden lag am sogenannten Mühlenreeg („Millerèch”), oberhalb des rumänischen Friedhofs. Dieser Platz wurde „Auf der Kirche“ genannt, weil hier der Sage nach eine dem Heiligen Petrus geweihte Kirche oder Kapelle gestanden haben sollte. (Nach heutigem Kenntnisstand hieß die Gemeinde Hamruden übrigens ursprünglich Petersdorf oder „Sächsisch Sankt Peter” was darauf deutet, daß Petrus als Schutzpatron dieses Wallfahrtsortes verehrt wurde).

Aus dem Heimatbuch Hamruden„… was wir lieben ist geblieben….“

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Die Eiserne Brücke ( auch „Hep“ oder Häp genannt)

Die Eiserne Brückeist nicht irgendeine Brücke. Es ist die Brücke unserer Kindheit

und Jugendzeit, der Ort vieler schöner Erinnerungen.

Die Brücke führt über den Großen Homorod. Darüber erfolgte der Schienenverkehr

für Personen und Güter, die Hauptverkehrslinie zwischen Arad und Bukarest. Genau

da, an dieser Brücke war die beliebte Badestelle, die jeder aus dem Ort und der

Umgebung kannte. Hier hat so mancher das Schwimmen gelernt. Der Badeplatz lag

außerhalb der Gemeinde und war mit Fahrrad oder zu Fuß über die blühenden,

duftenden Wiesen oder über die Straße entlang der Bahnlinie erreichbar. An heißen

Badetagen stillten wir unseren Durst an der Quelle, die seit jeher aus dem Berg

gegenüber der Badestelle, an der Straße nach Katzendorf, sprudelte. Heute steht die Brücke immer noch eisern da. Der Badeort hingegen ist verwaist und leer.

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Die Linde, ein Naturdenkmal!

von Siegrid Hallass

Im Jahr 2025 wurde eine Dokumentationsstudie zur Messung und Bewertung des Gesundheitszustandes der Linde (Tilia sp.) auf der Weide von Homorod (Kreis Brașov) zum Zweck ihrer Erhaltung als Naturdenkmalbaum von der Gemeinde Homorod in Auftrag gegeben.

Der autorisierte Verfasser der Bewertungsstudie ist das Nationale Institut für Forschung und Entwicklung in der Forstwirtschaft (I.N.C.D.S.) „Marin Drăcea“ (ehemals I.C.A.S.), Str. Cloșca Nr. 13, Brașov, Kreis Brașov.

Die Untersuchungen wurden in der Gemeinde Homorod auf einer Weidefläche von 617,104 ha (Kataster-Nr. 1012016) durchgeführt, die von der Gemeinde Homorod verwaltet wird.

Das untersuchte Exemplar gehört zur Art Tilia cordata Mill. (kleinblättrige Linde). Es handelt sich um einen Baum der zweiten Wuchsklasse mit einer Lebenserwartung von 150–200 Jahren.

Die kleinblättrige Linde ist in Rumänien weit verbreitet, ökologisch wertvoll, von großer Bedeutung als Zier-, Heil- und Bienenpflanze sowie historisch-kulturell relevant.

Aufgrund ihres Alters, ihrer außergewöhnlichen Dimensionen (Stammumfang 5,32 m) und ihrer besonderen Form erfüllt diese Linde alle Kriterien eines Naturdenkmalbaumes.

Der alte Lindenbaum von Homorod stellt ein bedeutendes Natur- und Kulturerbe dar, ist ein Zeuge historischer Ereignisse (beide Weltkriege) und erfüllt wichtige ökologische Funktionen.

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Die Hamrudner Dorflinde.

Leider nur noch als Foto zu sehen, Sie hat Generation von Hamrudner begleitet und gehörte zum Dorf wie Burg, Schule und Pfarrhaus. Schade, Schade......

​Ursprünglich der Fruchtbarkeitsgöttin Frigga/Freya gewidmet gilt als Freund der Menschen, symbolisch auch als Glücksbringer und Schicksalsbaum wie bei Siegfried in der Nibelungensage. In Liedern, Gedichten, Romanen wird besungen, wie die Linde für Treue und Zuneigung steht. So auch die große Linde vor dem Pfarrhaus neben der Kirche.

Leider musste die alte Linde bei dem Pfarrhaus gefällt werden. Der Zustand des Baumes hat sich seit dem Frühling drastisch verschlechtert.

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Tursún......................

von Hans Sekes.

Mit dem „Tursún” ist eine lange Gechichte verbunden. Sie reicht vermutlich bis in die Zeit der Ansiedlung zurück, weil damals nicht der gesamte Grund und Boden zwischen den regionalen Verwaltungseinheiten der Sachsen aufgeteilt wurde. Meistens handelte es sich um weniger gute Böden oder um solche, die einfach nicht benötigt wurden, weil die Einwohnerzahl nicht nach mehr Grund und Boden verlangte. Sie wurden Freitümer genannt und standen allen Gemeinden der betreffenden Region zur freien Nutzung, also ohne Gegenleistung, zur Verfügung. Das Freitum der regionalen Verwaltungseinheit um Reps herum, die später Repser Stuhl genannt wurde, hieß historisch Thurzonfeld, oder Turzon (vermutlich ungarisch) oder Turzun. In ungarischen Urkunden ist auch von der „Thurzonpuszta“ die Rede, was ja auf minderwertigen Boden deutet. In Hamruden war vom „Tursún” die Rede, während z. B. die Katzendorfer vom Freitum sprachen.

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„Tschokorok“ – bekannt und doch...

Kindheitserinnerungen und mehr von Hans Sekes.

Schon früh hörten die Kinder in Hamruden, besonders in der Obergasse, vom „Tschokorok“, in der Ortsmundart etwa wie „Tschåkăråk“ ausgesprochen. (Anmerkung: wegen der möglichst genauen Wiedergabe der Mundart von Hamruden verwende ich beim Schreiben auch unkonventionelle Buchstaben, vor allem bei Vokalen. So klingt das „å“ wie das „a“ im ungarischen Wort „magyar“). „Tschåkăråk” klang uns fremd und geheimnisvoll, zumal niemand Genaueres zu wissen schien. Später hat man verstanden, dass vom einem kleinen Gemeindeteil am obersten Ende der Obergasse die Rede war, wo halt „schwächere Leute“ lebten, wo man also nicht unbedingt wohnen wollte. Später habe ich erfahren, dass dort früher ebenfalls Sachsen wohnten. Manchmal hörte ich von den „Delesklav-Mädchen“, besonders von der Paula Delesklav. Die waren wohl verwaist und schon früh nach Deutschland gezogen.

Noch später wurde ein ungarischer Bewohner von dort unser Spielkamerad. Das kam so: wir Jungen, manchmal „dés Limmel“ geheißen, aus verschiedenen Jahrgängen/Klassen (man konnte ja die Jüngeren nicht immer „abscheiden“), spielten gerne im Bereich der steinernen Brücke, schräg gegenüber vom Domokos, unter der ein Wässerchen, „Der Graben“, durchfloss. Neben der Brücke, dem „Donne'bäsch“/Tannenwald zu (eigentlich ein Kiefernwald) gab es verschiedene  Hügelchen, wo wir – im Wettbewerbsmodus - hin- und hersprangen. Dabei passierte es nicht selten, dass einer einen Fehlsprung tat und sich zumindest nasse Füße holte. Der wurde dann natürlich anhaltend ausgelacht. Beim Springen tat sich besonders der Roldi (Menning Roland) aus dem „Geisken“ (bitte das erste „e“ nicht als „a“ lesen) hervor, der etwas älter als mein Jahrgang war. Und mitunter war auch der oben erwähnte Bewohner des „Tschåkăråk”, der Dezsö, dabei.

Noch viel mehr aber war er beim Fußballspielen dabei. Er war ein guter Fußballspieler und dabei spielte er barfuß! Da würden heute wohl viele sagen: das ist ein No-Go und es ist nicht gut für die Gesundheit…

Ich lasse das gut sein und komme zurück zum „Graben“. Ich weiß nicht, wo er entsprang/entspringt, aber er floss/fließt durch die Wiese „Hinter den Gärten“ zum Großen Homorod (seit den Arbeiten zum Schutz vor Überschwemmungen ist der Bach dort ein toter Arm). Am „Graben“ wuchsen viele Weiden, wo wir uns manchmal trafen, um ein „Flîirchen“ oder ein „Totjelhueren“ (bitte die Buchstaben des Diphtongs getrennt aussprechen) zu schnitzen.

Und da kommt eine weitere Erinnerung an den „Tschokorok“ auf. Beim Schnitzen waren manchmal Kinder vom Niklas Franz dabei. Einer von ihnen, ich glaube es war Joseph, genannt „ Der Jăus“, hat mir gezeigt, wie man das macht und ich habe damals mein erstes „Flîirchen“ geschnitzt.

Später, bei einem meiner wenigen Besuche in der alten Heimat, traf ich zufällig „Vor Unserem“ seinen älteren Bruder, den Niklas Helmut/Helmi, genannt „Putz“. Ich habe bis heute eine etwas wehmütige Erinnerung an ihn, denn er schien in einer prekären Lage zu sein. (Anmerkung: es kann sein, dass das Haus vom Niklas Franz noch nicht zum „Tschåkăråk” gehörte, sondern erst die Häuser am Weg, der an Niklas's Haus vorbei links abbog und in Richtung  „Tannenwald“ führte). 

Zum vergessen zu schade

von Lurtz Helmut

Ich muss immer wieder staunen über die Namen und Bezeichnungen von den Plätzen und Orten, die bei uns im Dorfalltag gebraucht wurden. Erst aus der Ferne und beim näherem Hinsehen kommt ich ins Grübeln - wie kann es möglich sein, dass über so lange Zeit diese  Namen sich erhielten? Woher die Namen kamen ist natürlich nicht mehr zu erfahren und spielt auch keine Rolle mehr. Aber ein paar Zeilen sollten sie uns schon Wert sein. Ein Platz von höchster Bedeutung für uns Kinder aus unserer Gasse, der Obergasse, war das Kuchréch. Der Name beinhaltet das Wort Kuchel - also Küche und Réch,  was soviel wie Hügel bedeutet also Küchenhügel. Wir finden aber an diesem Platz weder Hügel noch Küche, aber auch gar nichts, was in die Nähe dieser erwähnten Namensgebung  zu tun hat.

Das Kuchelréch, ein Platz so groß wie zwei Gärten, liegt zwischen Obergasse, Mittelgasse und Gässchen, spärlich mit Gras bewachsen. In meiner Zeit des Öfteren von den Gänsen und Enten aus dem Gässchen eingekackt, aber ideal gelegen und als Fußballplatz geeignet und Austragungsort für andere Spiele wie Scherga, Fechten mit Hasel-Stecken, ab und zu Arena für einen kleinen „Box Kampf“. Strategisch günstig gelegen mit freier Sicht auf die drei Gassen,  sodass der „Feind„  schon rechtzeitig gesehen wurde und wir uns über das Leichengässchen hinter die Gärten (Hainderdågårten) verziehen konnten. Als „Feind“ galt jeder, der sich einmischte in unser Geschehen. Das waren ältere Buben, Erwachsene, die Obrigkeit und die Kinder der andern Nationalitäten mit denen wir ständig in Konflikten verwickelt waren. Machmal wurde der Platz auch von den Planwagen der Kesselflicker besetzt, die dort kampierten  und ihre „Werkstatt“ einrichteten. Vor denen hatten wir großen Respekt.

Hinter den Gärten/Kasernengarten (Hainderdågårten/Kasårengórten) ist ein ein aufgelassener, großer Obstgarten in Hanglage, oben durch den Schlehenberg (Schlienenréch) von den Feldern getrennt, war für uns ein sehr guter Platz um aus dem Blickfeld der Eltern/Großeltern zu verschwinden. Er endete am Graben, der zugleich auch die Grenze zum Büffelberg (Bäffelréch) ist, dazwischen standen auch einige Tannen, die uns als Treffpunkt dienten. Da wurde auch ungestört geraucht, anfangs qualmten wir Nussblätter - die Erfahrung war schrecklich, hat uns aber nicht vom späteren Zigarettenrauchen abgehalten. 

Der Büffelberg (Bäffelréch), das Kitzbühel der Hamrudner,  war praktisch unser top Wintersport Ort. Wir aus der Obergasse hatten Hausrecht, das war aber Wunschdenken. Im Winter tummelte sich ALLES, was einen Schlitten, Skier, Schlittschuhe hatte auf dem Buckel. Die Schlittschuhe brauchten wir, um den Schlitten zu lenken, ohne an Geschwindigkeit zu verlieren sonst waren sie eher auf dem zugefrorenen Bach nützlich und machten da auch viel mehr Freude.

Links vom Berg ist/war die „Hop“ - eine kleine und eine grosse Sprungschanze, unerklärlich wie entstanden und wozu. Weiter zum Wäldchen-Dorfende hin kam der Schlittenberg (Schlidenréch), eine nicht allzu steile, schön wellig geschwungene Piste. Die schweren, grösseren Schlitten auf denen mehrere Kinder/Jugendliche Platz hatten, waren sehr schnell und brauchten einen mutigen, geschickten Lenker, der vorne sitzend mit Hilfe seiner Schlittschuhen steuernd, das Geschoss sicher vor der steinern Brücke am letzten Haus auf der linken Zeile stoppten musste. Das Vergnügen war recht kurz im Vergleich zu dem mühsamen Aufstieg.

Die „Hop“, oben erwähnt, war für die Skifahrer eine Mutprobe. Bei gutem Schnee konnte einem ein satter Sprung von einigen Metern gelingen. Gestartet wurde oben am Berg bei den Akazien und mit Schwung ging es bergab Richtung Schanze. Nach dem Sprung war noch ein steiles Stück zu bewältigen, um dann mit etwas Glück über den Graben zu „hoppen“, um mit einem sauberen Stopp vor dem Zaun der Gärten stehen zu bleiben. Aber es gab nicht immer Schnee,  zu unserem grossem Bedauern. Von den „Alten„ hörten wir die ewige Leier, dass in deren Jugend der Schnee so hoch war, dass die Leute von der rechten die auf der linken Häuserzeile nicht mehr sehen konnten.

Kommt uns bekannt vor, nur jetzt ist meine Generation am Hadern und punktet mit geistreichen Belehrungen.

Die Limkolj (die Lehmgrube) - links von dem Schlittenberg befindet oder befand  sich der Platz zur Lehmentnahme. Am steilen Hang wurde mit der Hacke der Lehm in den Pferdewagen, Schubkarren oder Eimern verfrachtet, um in als Baumaterial zu benutzen. Der Name ist insofern bemerkenswert, da an dem Platz keine Grube weit und breit zu sehen und auch nicht vorstellbar wie sowas ausgesehen haben könnte. Ich habe mir oft von da Lehm geholt und Figuren gebastelt, das waren meine ersten kreativen Gehversuche. Ein paar Schritte weiter vom letzten Haus aus schweiften unsere Blicke in Richtung „Hep“, der Hamrudner Riviera, dem besten Badeplatz zwischen Katzendorf und Galt.

Im PDF „Hattertnamen, Namensbezeichnung und -deutung von Ella Seiler und Katharina Zerbes (geb. Weiß)“ wird ein sehr detailliertes Verzeichnis überliefert vom Hamrudner Hatert.

Dies ist eine kleine Wertschätzung der Leute aus der Obergasse und zu meiner Zeit die schönste Gasse der Welt.

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